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Die Kalksandsteinfabrik
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| Da die Bedingungen für die Herstellung von Kalksandsteinen in Gosen günstig waren: geeigneter Sand, Transportmöglichkeit der Steine auf dem Wasserweg nach Berlin und mit den sog. Gründerjahren in der Hauptstadt eine überaus rege Bautätigkeit in Gang gekommen war, wurde ab 1904 am Ende des Eichwalder Ausbaus (Nähe Fischerhaus) für etwa 500.000.- Reichsmark eine Kalksandsteinfabrik errichtet. Nach Aufzeichnungen des Gosener Heimatforschers Paul Szulzewsky (1914 2002) bestand sie aus einem großen Fabrikgebäude einschließlich Kalkmühle. Auf der Südseite des Geländes befand sich weiterhin ein Ringofen mit einem 45 m hohen Schornstein. Später kam ein Kalkbrennofen mit einem zweiten Schornstein hinzu. Das Bild eine in Farbe gedruckte Postkarte zeigt das Werk vom Seddinsee aus. Der Aufdruck auf der Postkarte lautet: „Gruss aus Gosen. Kantine der Berliner Kalksandstein-Industrie Alfred Hartkopf. Fernsprecher: Erkner No. 241.“ Auf der rechten Seite des Bildes ist eine in den See | ![]() |
hinein gebaute Landungsbrücke zu erkennen, von der aus die Steine auf Kähne verladen wurden. Aus Lizenzgründen musste der Sand mit einer Werkbahn vom Grossmannsberg geholt werden. Der dabei entstandene „Schacht“ wurde später als Mülldeponie Wernsdorf genutzt (heute geschlossen). Die Produktionsarbeiter hatte man z.T. aus Schlesien angeworben; einzelne von ihnen heirateten in Gosener Familien ein. Das Werk wurde 1928 umgebaut und produzierte pro Tag bis zu 65.000 Steine. 1932 stellte es den Betrieb ein. Die Schornsteine wurden zu Beginn des zweiten Weltkrieges gesprengt. Im Eichwalder Ausbau befindet sich noch ein flaches Gebäude und Reste einer Stützmauer, die zur Fabrik gehört hatten, auch Reste des Werbahndammes sind entlang des Eichwalder Ausbaues noch zu erkennen. An der Ecke Eichwalder Strasse steht das ehemalige Verwaltungsgebäude des Werkes; es wird heute als Kindergarten genutzt. |
Ausflugsgaststätte "Alte Berliner Schweiz"
| Auf der Postkarte ist die Ausflugsgaststätte „Alte Berliner Schweiz“ abgebildet, die sich in der Nähe der Gosener Berge am Ufer des Seddinsees (gegenüber dem Seddinwall) auf dem Zwiebusch befand. Sie wurde von Heinrich Krüger aus Schmöckwitz betrieben. Die Aufnahme (etwa 1930) zeigt ein reich gegliedertes Fachwerkgebäude mit Theken für Speisen, Getränke und einer seitlich zugänglichen Kaffeeküche. Davor die in Gartenlokalen seinerzeit üblichen Tische und Stühle, an denen sich Familien mit Kindern niedergelassen haben. Hohe Bäume spendeten Schatten. Im Dachgeschoss wohnte die Pächterfamilie. Neben dem Gartenlokal, im Bild nicht sichtbar, befanden sich zwei große hölzerne Tanz- und Festsäle. In den Seddinsee hinein war ein Steg gebaut, der auch größeren Dampfern das Anlegen erlaubte. | ![]() |
Zahlreiche Ausflügler aus Berlin kamen so in die Berliner Schweiz, um Erholung und Entspannung zu finden. Heinrich Krüger betrieb dafür eigens einen Fährverkehr zwischen Schmöckwitz und dem Zwiebusch. Nach den Aufzeichnungen des Gosener Heimatfreundes Paul Szulzewsky (1914-2002) spielte sich z.B. Pfingsten ein reges, amüsantes Leben ab mit Musik, Tanz, reichlichem Essen und Alkoholkonsum. Das Anwesen gehörte ursprünglich Paul Porth, Landwirt auf dem Zwiebusch; später ging es in den Besitz der Familie Seeger über. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Gaststätte bei einem Luftangriff zerstört und nicht wieder aufgebaut. In den Nachkriegsjahren sind Teile des Geländes parzelliert worden. Heute ist es nicht mehr öffentlich zugänglich. |
| Der „Märkische Hof“ Storkower Straße 5 wurde um 1880 von Adolf Knoblich errichtet. Es war ein eingeschossiges Gebäude mit einer zweifenstrigen Gaube. Wie das 1910 erbaute Haus Storkower Straße 1, steht der „Märkische Hof“ durch Bebauung der ursprünglich vorhandenen Vorgärten direkt am Bürgersteig, wobei die historische Häuserflucht aufgegeben wurde. An der rechten Seite des Hauses, hinter der Laterne, ist der Eingang zu einem Kolonialwarenladen zu erkennen. Links neben der Gaststube befanden sich zwei einzeln vermietete Zimmer. Rechts neben der Eingangstür ist ein Schild mit einem Posthorn angebracht. Die nicht zweifelsfrei erkennbare Beschriftung könnte „Posthaltestelle“ lauten.Das Bier wurde auf den zum Teil unbefestigten Straßen aus Friedrichshagen (Bürgerbräu?) geliefert. | ![]() |
Der Besitzer des „Märkischen Hofes“ (Foto: etwa um1895) steht neben einer Reihe nicht näher bekannter Personen gleich links neben den Bierkutschpferden, daneben sein Sohn Max und in der Tür zwei Töchter mit einem Dienstmädchen. Aus den Fenstern schauen vermutlich die Mieterinnen der Zimmer. Noch vor 1914 hat Sohn Max die Gastwirtschaft übernommen. Das eindrucksvolle und aussagekräftige Foto wurde von Dieter Ahrens (Gosen) , einem Enkel von Max Knoblich, zur Verfügung gestellt. Ihm verdanken wir auch die Identifizierung der Personen. Über den auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Biergarten des „Märkischen Hofes“ soll in einer der nächsten Ausgaben berichtet werden. |
Gaststätte "Alter Krug/Friedenseiche"
| Die Postkarte, ein Farbdruck „Gruß aus Gosen“, ca. 1910, zeigt den „Gasthof zum alten Krug“ bzw. das „Restaurant zur Friedenseiche“ auf der Südseite des Dorfplatzes von Gosen. Inhaber war Alfred Hartkopf. Eine weitere Aufschrift lautet: „Fernsprecher Amt Erkner No. 241“. Über der Eingangstür befindet sich ein Glaskasten, der vermutlich abends beleuchtet war und „Böhmisches Bier“ anpries. Vor dem Gasthaus erkennt man zwei Pferdekrippen, in der Mitte ein Dreiradauto mit vorn liegendem Antrieb. Dabei handelt es sich um eine in Berlin hergestellte „Citronette“, so Lutz-Ulrich Kubisch, Deutsches Technik Museum Berlin. Rechts daneben der stolze Besitzer, bekleidet mit Jackett und Krawatte, weißen Breeches und Stiefeln. Rechts neben ihm die üblichen Gartenrestaurantstühle und -tische. Das Gebäude selbst ist das älteste des auf Geheiß von Friedrich II. 1752/53 gegründeten Spinnerdorfes Gosen. |
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Es diente der Unterbringung und Beköstigung der Bauhandwerker für die 50 Doppelhäuser der kreuzförmigen Dorfanlage. Auf einer lithographierten Postkarte offensichtlich die älteste Ansicht des Dorfkruges ist als Betreiberin die Witwe M. Hartmann angegeben. Nach einer späteren Postkarte wechselte die Inhaberschaft zu Wilhelm Müller. Weitere Besitzer waren Teeger und nach 1945 Frau Hoffmann, wie von Heimatforscher Paul Szulzewsky in seinen Aufzeichnungen festgehalten. |
Friseur Hoppmann, das alte Haus![]()
| Das Bild aus dem Jahre 1907 zeigt das strohgedeckte Haus der Familie Hoppmann, Gosen Nr. 63 (alte Nummerierung). Die Familie einschließlich des Boxerhundes hat vor dem Zaun Aufstellung genommen. Zu erkennen sind in der Mitte die Ehefrau von Alfred Hoppmann mit dem etwa einjährigen Jungen auf dem Arm und rechts Alfred Hoppmann selbst (ca.1875 bis 1957). Hoppmann, der von östlich der Oder zugewandert war um hier seinen Meisterbrief zu erwerben, heiratete eine Berlinerin und kaufte sich das Haus in Gosen. Auf dem Werbeschild im Vorgarten bietet er seine Dienste an: „Rasir, Frisir & Haarschneide Salon Alfred Hoppmann. Heilgehülfe, Masseur. Freigegebene Apothekerwaren.“ | ![]() |
An der Hauswand, neben dem Fensterladen, ist das Becken Zunftzeichen der Bader und Friseure angebracht. Das Haus befand sich hinter dem später erbauten Haus Storkower Straße 1 und wurde erst nach der Jahrtausendwende (Januar / Februar 2004) im Rahmen eines Um- und Erweiterungsbaues abgerissen. Heute ist die Fläche Hof und Parkplatz für Anlieger. Das Foto und nähere Informationen dazu wurden uns freundlicherweise von der Enkeltochter Alfred Hoppmanns, Petra Thiele übermittelt, die in Neu Zittau wohnt und dort als Friseurin arbeitet. |
| Auf dem Foto ist links das Haus Storkower Str. 1 zu sehen. Rechts daneben das flache Haus Storkower Str. 2 und dahinter der „Märkische Hof“ noch einstöckig mit ausgebautem Dachgeschoss. Das erstgenannte Haus ließ Alfred Hoppmann (1877-1958), der 1905 als wandernder Handwerksgeselle nach Gosen gekommen war, 1910 erbauen (vergl. vorangegangene Ausgabe). Es ist zweigeschossig, das Dachgeschoss mit einer großen Mittel- und zwei kleinen seitlichen Gauben. Die Fassade ist mit Jugendstilornamenten geschmückt. Hoppmanns Friseurgeschäft ist durch das Zunftbecken, das unter der Gaslaterne hängt, gekennzeichnet. An der Wand ist ein Verkaufsautomat angebracht. | ![]() |
Auf der rechten Seite des Hauses befindet sich ein weiteres Ladengeschäft, in dem Schneider Robert Teschke sein Gewerbe betrieb. Heute werden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des im Jahr 2004 mit viel Fingerspitzengefühl renovierten und umgebauten Hauses von der Physiotherapie Tamme genutzt. |
| Eine Bockwindmühle stand hinter der jetzigen Tankstelle in Gosen (Am Mühlenberg), zur damaligen Zeit war das rechts am Eingang zum Dorfe am Kunkel. Die erste Erbpachtverschreibung für die Windmühle in Gosen ist vom 19. September 1771 Der erste Müller hieß Leichzenring. Für diese Mühle wurde jährlich ein Mühlenkanon von 40 Talern erhoben. Außerdem erhielt die Mühle 4 Morgen Acker und 2 Morgen Wiesen gegen einen jährlichen Zins von 10 Groschen für den Morgen. 1796 unterpachtete der damalige Müller die 4 Morgen Acker an den Müller in Neu Zittau, weil sie in der Nähe des Neu Zittauer Mühlengrundstücks liegend, zu abgelegen von Gosen war. |
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Zu Anfang des 19. Jahrhunderts war Johann Friedrich Liebisch Müller in Gosen, der nach Aufhörung des Mahlzwanges 1810 entschädigt wurde. Nach Geheimrat Kelling in Erkner |
| Heimatverein Gosen e.V., Eichwalder Str. 3, 15537 Gosen-Neu Zittau | info@heimatverein-gosen.de |